Nazi-Hochburg Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Nazi-Hochburg Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Eine „Hochburg der Neonazis in Uniform“ nennt das Magazin der Stern die Franz-Josef-Strauß-Kaserne im oberbayerischen Altenstadt im Jahr 1997. Bereits 1990 hatten dort stationierte Soldaten ein Video aufgenommen, in dem sie den Hitler-Gruß zeigten und „Heil Hitler“ riefen. Sieben Jahre später hat sich offenbar wenig geändert: Der 20. April, Adolf Hitlers Geburtstag, wird dort als Feiertag begangen, in der „Heimschläferstube“ lauschen die Soldaten Reden Hitlers und Goebbels, in den Fluren hängen NS-Plakate. Bei Razzien werden Handgranaten und Anleitungen zum Rohrbombenbau gefunden. Ein in der Kaserne stationierter Kapitänleutnant wird mit dem Satz „Alles, was nicht arisch ist und nicht in Deutschland lebt, gehört erschossen oder in die Gaskammer“ zitiert. Der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe versucht, die Skandale herunterzuspielen: Es handele sich „immer noch um Einzeltäter“ und es sei falsch, die Bundeswehr „unter Generalverdacht zu stellen“.

Im Jahr 2019 macht die Franz-Josef-Strauß-Kaserne erneut Schlagzeilen: Viele der Fallschirmjäger, die als Teil des rechtsextremen Hannibal-Netzwerks innerhalb der Bundeswehr enttarnt werden, waren in Altenstadt stationiert. Und: Der Brandenburger AfD-Vorsitzende Andreas Kalbitz, dem im Mai 2020 aufgrund seiner Zugehörigkeit zur rechtsradikalen Szene die Parteimitgliedschaft entzogen wird, war Ausbilder in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt.

Quellen:
https://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-rechtsextremismus-1.4747400-2https://www.rnd.de/politik/rnd-exklusiv-die-rechtsradikale-kreuz-connection-KXRLVYAEH5CYDIZOLDY6HMVC7Y.html

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