Der Eisdielen-Überfall

Der Eisdielen-Überfall

September 2018: „9 Millimeter für Ausländer“ und „Hier marschiert der nationale Widerstand“ skandiert eine Männergruppe, die durch die Fußgängerzone von Wiesloch zieht, eine Kleinstadt im Rhein-Neckar-Kreis. Zuvor haben die sechs Männer einen Junggesellenabschied in einer Gaststätte gefeiert und dabei Wehrmachtslieder gesungen, ohne dass die anderen Gäste eingegriffen hätten. Es ist ein warmer Spätsommerabend, vor dem Eiscafé Dolomiti sitzen die letzten Gäste, die türkeistämmige Wirtin und ihre kleine Tochter, insgesamt zehn Erwachsene und vier Kinder. Als die Männergruppe beim Eiscafé ankommt, geht alles ganz schnell: Die Männer stürmen auf die Gäste des Cafés zu, umringen sie und beginnen, mit Fäusten und den herumstehenden Stühlen auf sie einzuschlagen. Ein Teil der Gäste kann gerade so ins Innere flüchten und sich auf der Toilette einschließen, die anderen tragen schwere Verletzungen davon. Selbst als die Polizei eintrifft, hören die Täter nicht auf, rassistische Parolen zu rufen und den Hitlergruß zu zeigen. Wie sich später herausstellt, gehört ein Waffenmechaniker der Polizei Baden-Württemberg dazu. Im Mai 2020 wird der Prozess gegen die sechs Männer eröffnet.

Quellen:

Kleffner, Heike: „Ein rassistischer Überfall auf eine Eisdiele und seine Folgen.“ In: Matthias Meisner, Heike Kleffner (Hg.): Extreme Sicherheit. Herder, 2019.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neonazi-angriff-in-wiesloch-ueberfall-mit-hitlergruss-auf-ein-caf-vor-gericht.39361404-f168-4cfd-a109-790e89987d35.html

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