29.05.1993 / Solingen / Polizei

29.05.1993 / Solingen / Polizei

Rechte Jugendliche aus dem Umfeld der Kampfsportschule “Hak Pao” begehen einen rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç. Gürsün İnce und Saime Genç überleben ihre durch den Sprung aus dem Fenster des Wohnhauses verursachten Verletzungen nicht. Hatice Genç, Hülya Genç und Gülüstan Öztürk sterben qualvoll in den Flammen.

Im Juni 1994 wird bekannt, dass Bernd Schmitt, der die Kampfsportschule mit aufgebaut hat und ihre rechtsextremistische Ausrichtung geprägt hat, als V-Mann für den Verfassungsschutz tätig war. Er hat nichts dafür getan, den Brandanschlag zu verhindern, sondern hat Personenhinweise, die auf die Täter hätten schließen lassen nicht weitergereicht, seine Kameraden vor anstehenden Hausdurchsuchungen gewarnt und nachweislich 50.000 Blatt Akten aus dem Hak Pao verschwinden lassen, die nachher auf dem Dachboden des Vaters seiner Lebensgefährtin entdeckt wurden und die jede Menge brisante Informationen enthielten.

Im Juni 2020 wird Jan (Johannes) Pietsch als V-Mann des Verfassungsschutzes enttarnt. Er hat von 1989 bis 1999 linke und autonome Strukturen in Wuppertal und Solingen ausgehorcht. Eine seiner Tätigkeiten umfasste die Aufdeckung seines Kollegen Schmitt zu erschweren, dessen nachrichtendienstlichem Hintergrund antifaschistische Gruppen auf der Spur waren. Jan Pietsch und der Verfassungsschutz haben dadurch die Aufklärung des Brandanschlags von Solingen wissentlich vertuscht.

https://www.antifainfoblatt.de/artikel/der-brandanschlag-solingen

https://twitter.com/HeikeKleffner/status/1274093812508291072

https://de.indymedia.org/node/90015

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138115.spitzel-in-wuppertal-zehn-jahre-ausspioniert.html

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